Kandidatur: Etappensieg für Petra Crone

Veröffentlicht am 18.06.2005 in MdB und MdL

Petra Crone

Jetzt einziger SPD-Bewerberin aus dem Märkischen Kreis stehen zwei aus Olpe gegenüber. "Gerade wegen der aktuell schwierigen Zeiten" hat die 54-jährige sich zur Verfügung gestellt .

KIERSPE · Zu einem weiteren Etappensieg auf dem Weg von Petra Crone zur Bundestagskandidatur kam es am Donnerstagabend bei der Sitzung des erweiterten SPD-Stadtverbandsvorstandes in Lüdenscheid:

Nachdem sich bereits einen Tag zuvor der kleinere Kiersper Ortsverein hinter die 54-Jährige gestellt hatte, entschieden sich auch die Genossen in Lüdenscheid klar für sie als Favoritin. Letztlich fällt die Entscheidung über die Kandidatur gegen den CDU-Kontrahenten Hartmut Schauerte im Wahlkreis 150 aber erst am 1. Juli während der Delegiertenkonferenz im Olper Kolpinghaus.

Während der Sitzung habe sich schnell herauskristallisiert, dass Petra Crone die besten Chancen habe, sich auch auf der Landesliste weiter vorn zu platzieren, sagte gestern die Lüdenscheider Ortsvereinsvorsitzende Karin Löhr. Dass die SPD den Wahlkreis direkt gewinne, davon sei nach Stand der Dinge nicht auszugehen. "Wir haben daher ganz pragmatisch entschieden", so Löhr. Auch die beiden anderen Bewerber aus dem Märkischen Kreis, Jens Voß und Verena Kasperek, hätten während einer gemeinsamen Vorstellungsrunde am Abend zuvor "einen ausgezeichneten Eindruck hinterlassen." Letztendlich aber hätten auch sie eingesehen, dass die Kiersperin die besseren Chancen habe. Löhr: "Jens Voß und Verena Kasperek haben daraufhin verzichtet und ihre Bewerbung zurückgezogen."

Petra Crone selbst zeigte sich gestern sehr erfreut über das Lüdenscheider Votum. Den Rückzug von Voß und Kasperek wertete sie als "ausgesprochen fair." Ihre Aussichten, das Direktmandat gegen Schauerte zu gewinnen, bezeichnete sie als "ein bisschen schwierig." Nicht zuletzt deshalb sei eine gute Platzierung auf der Landesliste ungemein wichtig.

In Lüdenscheid wurde besonders ihre Mitgliedschaft im SPD-Parteirat auf Landes- wie auch auf Bundesebene als eine gute Voraussetzung gewertet, um sich während der Landesdelegiertenkonferenz am 9. Juli auf besagter Liste einen guten Platz zu sichern. Bereits am 6. Juli während der SPD-Regionalkonferenz "Westliches Westfalen" könnte die Mutter von drei mittlerweile erwachsenen Töchtern die entscheidenden Pflöcke einschlagen.

Zuvor jedoch gilt es, sich gegen ihre beiden Mitbewerber aus dem SPD-Unterbezirk Olpe durchzusetzen: Uwe Beul aus Attendorn und Gisela Lehwald aus Olpe. Wie Geschäftsführer Thomas Förderer erklärte, werde sich der Unterbezirk vor der Delegiertenkonferenz nicht mehr auf einen Bewerber festlegen. Dass die Olper Genossen aber einen eigenen Kandidaten favorisieren, daraus machte Förderer keinen Hehl: "Bei Dieter Dzewas gab's damals keinen Grund, einen eigenen Kandidaten zu nominieren, schließlich war Dzewas ein guter Mann und saß auch schon im Bundestag. Jetzt aber sieht die Sache ganz anders aus."

Petra Crone hat sich ihre Entscheidung nicht leichtgemacht. Sie habe lange überlegt, wie sie gestern äußerte. Doch auch weil sie ganz gezielt gefragt worden sei, ob sie zur Verfügung stehe, habe sie sich dazu dann doch entschlossen, "gerade wegen der aktuell sehr schwierigen Zeiten." Mut gemacht hat ihr, wie sie sagt, die Unterstütung von allen Seiten.

Petra Crone erklärte zu ihrer Motivation und damit zugleich auch zu ihren Zielen, dass sie alles dafür tun wolle, dass ihre Heimat, der südliche Märkische Kreis, auch durch die SPD wieder im Bundestag vertreten ist. Zurzeit sei das weder auf Bundes- noch Landesebene der Fall. Aber sie hält eine Verbindung nach Berlin und Düsseldorf für ungemein wichtig, um die Entwicklungen politisch besser begleiten zu können.

Ein Anliegen ist ihr die Nähe zur Basis, wie sie unterstreicht. In dem Bewusstsein, durch ihre guten Kontakte zur Landes- und Bundespartei genau zu wissen, "was auf den anderen Ebenen läuft", rechnet sie sich schon ein paar Chancen aus, auch die nächsten Hürden erfolgreich zu nehmen.

Im Falle der Nominierung kommt ihr als Frau zudem die Quote zugute, so dass sie durchaus Chancen auf einen aussichtsreichen Listenplatz hat und dadurch dann vielleicht in den Bundestag einziehen könnte. · wil/rh (Quelle: Meinerzhagener Zeitung)

 

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